Donnerstag, 29. Oktober 2015

Kings & Fools Band 2 - Verstörende Träume - Natalie Matt und Silas Matthes

Auch der zweite Band der Reihe konnte mich begeistern. Während im ersten Band aus der Sicht von Lucas erzählt wird, bleiben wir hier an der Seite von Estelle. Ihr Weg nach Favilla verlief gänzlich anders und ist mit einer großen Liebe verbunden. War ich im ersten Band noch begeistert, dass hier keine Liebesschnulze unter Teenagern als Aufmacher diente, geht es hier gleich mit solch einer Liebelei los. Doch meine Befürchtungen blieben unbegründet. Natalie Matt nutzt die Beziehung zwischen Estelle und Leo zur Storybildung und driftet nicht ins Schnulzige ab. Estelle ist eine taffe Person aus besseren Kreisen. Sie wirkt etwas kühler, berechnender und distanzierter als Lucas, ist aber insgesamt überzeugend in dem was sie tut. Sie hat Visionen, über deren Hintergründe wir jedoch noch nicht wirklich viel erfahren. Der zweite Band führt nahtlos das hohe Niveau und die Spannung fort, die der erste Band zu bieten hatte. Es gibt jedoch hin und wieder kleine Längen und vom Ende hätte ich mir etwas mehr erwartet, auch wenn es sehr dramatisch wird.

Sehr interessant finde ich das Konzept, jeweils aus der Sicht eines anderen Charakters die Geschehnisse zu beschreiben. Irgendwie führen die Storylines an gewissen Punkten zusammen sind aber nicht unbedingt zeitlich synchron geschildert. Jeder hat eine andere Geschichte und einen eigenen Leidensweg. Wie schon zum ersten Band angemerkt wird hier eine sehr düstere Stimmung erzeugt. Wirklich viel mehr über Lavis, Favilla und den brennenden König sowie zu den eigentlichen Hintergründen erfahren wir hier aber leider noch nicht.

Im nächsten Band wird dann wieder aus Sicht eines anderen Charakters geschildert. In der Vorschau ist schon zu lesen, dass es um Noel, den Zimmergenossen von Lucas aus dem ersten Band geht. Ich bin sehr gespannt...

King & Fools Band 1 - Verdammtes Königreich - Silas Matthes und Natalie Matt


Bevor ich mit der eigentlichen Rezension loslege, möchte ich zuerst dieses Projekt loben. Bernhard Hennen unterstützt als Pate diese Serie und mir würde selbst kein besserer für diesen Job einfallen. Hennen ist selbst nah an Leser und Nachwuchs (wie ich persönlich auf verschiedenen Lesungen und Cons erleben konnte) und wurde auch selbst von Wolfgang Hohlbein in seinen Anfangsjahren als Autor gefördert. Auch Oettinger als Verlag geht mit dem Label „Oettinger 34“ einen schönen Weg, um die Leser zeitgemäß und aktiv einzubinden.

Genauso frisch und modern kommt auch der erste Roman der Reihe daher. Ich gehöre absolut nicht zu der Zielgruppe und habe mich aufgrund der Werbung doch sehr für die Serie interessiert. Bereut habe ich den Einstieg keinesfalls. Der Schreibstil der jungen Autoren (Natalie Matt und Silas Matthes) ist absolut erfrischend und reif.
Erzählt wird aus der Perspektive von Lucas, dem Hauptakteur im ersten Band. Die Story kommt im Vergleich mit so manchem Jugendroman sehr erwachsen und gut konstruiert daher. Ganz im Stil moderner Fernsehserien hat man sich schnell an die Charaktere und das Setting gewöhnt und die Story wird flott vorangetrieben. 


Der Vergleich mit „Game of Thrones“ der in der Werbung gezogen wird, ist jedoch etwas zu übermotiviert. Dazu ist der Umfang der Bücher und der gesamten Reihe zu gering und auch die Charaktere und Schauplätze zu überschaubar. Ich würde eher sagen, dass es sich hier um ein düsteres Harry-Potter-Fantasy-Mittelaltersetting handelt. Die Story hingegen wirkt sehr neu, spannend und innovativ. Der Auftaktband beinhaltet auch nicht die Standard-Liebesschnulze zwischen jugendlichen Protagonisten, was zur Abwechslung mal sehr erfrischend ist. Die Jugendlichen agieren in der dargestellten Lebenssituation realistisch und das macht das Abenteuer sehr nachvollziehbar. Unerwartete Wendungen sowie ungelöste Fragen und Rätsel halten während des gesamten Romans gut die Spannung und machen Lust auf mehr.

Alles in allem ist es natürlich leichte Kost die auf junge Leser und aktuelle Trends zugeschnitten ist. Dennoch kann ich diese Reihe auch älteren Lesern, die im Kopf jung geblieben und offen für Neues sind, uneingeschränkt empfehlen. Da ich auch zu diesen Menschen gehöre, bin ich nach dem ersten Band begeistert und möchte wissen wie es weitergeht. Die kommenden beiden Bände warten bereits auf meinem Lesetisch…

Sonntag, 18. Oktober 2015

Hexen, Zombies, Phönixe und Space Cowboys...

Gigantisch war es mal wieder auf dem Buchmessecon in Dreieich. Ich konnte an tollen und gut besuchten Lesungen teilnehmen (die Hauptdarsteller meiner besuchten Lesungen seht ihr in der Postüberschrift) und die Buchausbeute ist - oweh - auch wieder recht üppig ausgefallen. Die to-read-list wächst und wächst. Auf dem Bild seht ihr meine Neuzugänge und zwei Signiertrophäen (kleiner Stapel) im Überblick. Ich stelle in den kommenden Wochen die einzelnen Bücher vor und berichte über die Lesungen und meine Eindrücke.

Die Gewinner des Deutschen-Phantastik-Preises sind dieses Jahr:

Bester deutschsprachiger Roman:
1) Bernd Perplies: Imperium der Drachen – Das Blut des Schwarzen Löwen (INK)
2) Ann-Kathrin Karschnick: Phoenix – Erbe des Feuers (Papierverzierer)
3) Henning Mützlitz & Christian Kopp: Wächter der letzten Pforte (Papierverzierer)
4) Stephanie Linnhe: Herz aus Grün und Silber (Forever)
5) M. H. Steinmetz: Totes Land 1 – Ausnahmezustand (Mantikore)

Bestes deutschsprachiges Romandebüt:
1) Silke M. Meyer: Lux & Umbra 1 – Der Pfad der schwarzen Perle (SadWolf)
2) Alex Jahnke: Neues aus Neuschwabenland (Edition Roter Drache)
3) Susanne O’Connell: Die Prophezeiung der Volturne (O’Connell Press)
4) Anette Kannenberg: Das Mondmalheur (CreateSpace)
5) Veronika Lackerbauer: Burgfried (Ohneohren)

Bester internationaler Roman:
1) Neil Gaiman: Der Ozean am Ende der Straße (Eichborn)
2) Andy Weir: Der Marsianer (Heyne)
3) Trudi Canavan: Die Magie der Tausend Welten – Die Begabte (Penhaligon)
4) Ben Aaronovitch: Der böse Ort (dtv)
5) Brandon Sanderson: Die Sturmlicht-Chroniken 3 – Die Worte des Lichts (Heyne)
6) Anthony Ryan: Rabenschatten 1 – Das Lied des Blutes (Klett-Cotta)

Beste deutschsprachige Kurzgeschichte:
1) Vanessa Kaiser und Thomas Lohwasser: “Der letzte Gast” (aus: Dunkle Stunden [Low])
2) Stefanie Altmeyer: “Quentin & Co.” (aus: DIE KÖCHE 3 – Der kleine Hobbykoch [UBV])
3) Susanne O’Connell: “Next Level” (aus: Exotische Welten [O’Connell Press])
4) Philipp Bobrowski & Claudia Toman: “Sea” (aus: Dampfmaschinen und rauchende Colts [Low])
5) Nikolaj Kohler: “Der Schatten der Provence” (aus: Weltentor Mystery 2014 [Noel])

Beste Original-Anthologie:
1) Steampunk Akte Deutschland: (Art Skript Phantastik)
2) Susanne & Sean O’Connell [Hg]: Exotische Welten (O’Connell Press)
3) Ulrich Burger & Karsten Wolter [Hg]: Geschichten aus dem Drachenwinkel (UBV)
4) Vanessa Kaiser & Thomas Lohwasser [Hg]: Dunkle Stunden (Low)
5) Stefan Cernohuby & Wolfgang Schroeder [Hg]: Dampfmaschinen und rauchende Colts (Low)

Beste Serie:
1) DSA – Das Schwarze Auge (Ulisses)
2) Perry Rhodan (VPM)
3) Nicole Böhm: Die Chroniken der Seelenwächter (Greenlight Press)
4) Andreas Suchanek: Heliosphere 2265 (Greenlight Press)
5) Jennifer Jager: Etherna-Saga (AAVAA)

Bester Grafiker:
1) Arndt Drechsler
2) Mia Steingräber
3) Timo Kümmel
4) Mark Freier
5) Barbara Brosowski Utzinger

Bestes Sekundärwerk:
1) Christian Humberg & Andrea Bottlinger: Geek, Pray, Love: Ein praktischer Leitfaden für das Leben, das Fandom und den ganzen Rest (Cross Cult)
2) Nautilus – Abenteuer & Phantastik (Abenteuer Medien)
3) Geek! (Panini)
4) Hither Shore 10 – Tolkien-Adaptionen (Scriptorium Oxoniae)
5) phantastisch! (Atlantis)

Beste Internet-Seite:
1) www.fantasybuch.de
2) www.zauberspiegel-online.de
3) www.phantanews.de
4) www.geisterspiegel.de
5) www.nerdlich.org

Herzlichen Glückwunsch an alle Gewinner und die Nominierten!!!


Samstag, 10. Oktober 2015

Noch eine Woche bis zum Buchmessecon 2015

Am kommenden Samstag, den 17. Oktober 2015 ist es schon wieder soweit. Bereits zum dreißigsten Mal öffnet die kleine aber feine phantastischen Buchmesse in Dreieich ihre Tore. Seit mehr als zehn Jahren bin ich nun selbst als Fan dabei und freue mich jedes Jahr aufs Neue über tolle Lesungen, neue und altbekannte Autoren und interessante Gespräche mit den Akteuren.

Die Palette wird immer bunter und breiter und auch etablierte Autoren finden immer öfter den Weg zum BuCon um ganz nah an den Fans zu sein.

Ich konnte hier schon viele Perlen abseits des Mainstreams entdecken - einige davon zählen mittlerweile zu den ganz Großen. Kleine ambinionierte Verlage der Phantastikszene stellen aus und ihre Autoren erhalten hier eine Plattform ihre Werke zu präsentieren und natürlich auch zu verkaufen.

Das Programm steht schon seit einiger Zeit fest und nun habe ich noch bis nächsten Samstag die Qual der Wahl aus den Lesungen meine Favoriten zu wählen und den Tag zu planen. Am Ende des Tages wird hier jährlich der Deutsche Phantastik Preis verliehen und auch in diesem Jahr findet im Rahmen des Con das Perry Rhodan Verlagspanel statt, bei dem Chefredakteur Klaus N Frick und viele Autoren der Serie den Fans einen Ausblick auf die Zukunft der Serie geben, und über Neuigkeiten aus dem Perryversum plauschen.

Wer es noch nicht kennt dem sei dieses Event wärmstens empfohlen. Hier findet ihr alle Infos und das Programm...
Nächste Woche werde ich über meine Eindrücke berichten.

Mittwoch, 7. Oktober 2015

Kings & Fools

Ein teuflischer König.
Ein Reich voller Schatten.
Vier Jugendliche - ein Schicksal.

Leuchtend rote Farbe an der Hüttentür: das Symbol der verhüllten Männer! Um Mitternacht werden sie Lucas holen. Wer sie sind und wohin sie ihn bringen, weiß niemand. Nur, dass noch nie jemand zurückgekommen ist, um davon zu berichten

Ich entspreche hier zwar absolut nicht der Zielgruppe, das Projekt hat mich aber sehr angesprochen. Pate Bernhard Hennen unterstützt hier unter dem neuen Label "Oettinger34" Jungautoren bei einer Romanreihe die ich nach Lektüre des ersten Bandes als Mischung aus Game of Thrones und Harry Potter bezeichnen würde. Jung, modern und doch spannender und erwachsener als viele andere Jugendbücher hat mich die Serie bereits in ihren Bann gezogen. Tolles Konzept das ich gerne auch als alter Hase unterstütze.


Band 1 und 2 sind bereits erschienen. Den ersten Band gibt es bis Ende des Jahres zum Einführungspreis von gerade mal 5.- €, die weiteren Bände kosten 9,99 €. Die Bände haben jeweils rund 200 Seiten und lesen sich so kurzweilig weg wie sich eine moderne Fernsehserie anschauen lässt

Hier findet ihr die Webseite zur Serie...

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Wolfgang Hohlbein - Mörderhotel

Passend zur Jahreszeit kurz vor Halloween habe ich Lust auf Horror und mir deshalb den neusten Roman von Wolfgang Hohlbein zugelegt. Echt gruselig und auf einer wahren Geschichte basierend.


230 Menschen gehen auf sein Konto: Herman Webster Mudgett, den unglaublichsten Serienmörder aller Zeiten. In Chicago errichtet er eigens ein Hotel, um seine Taten zu begehen. Ein Hotel, in dem es Falltüren, verborgene Räume, Geheimgänge, einen Foltertisch, ein Säurebad und eine Gaskammer gibt. Seine Opfer erleichtert er um ihr Geld und verkauft ihre Leichen an Mediziner. Niemand weiß, was im Kopf dieses Menschen vor sich geht. Bis die Polizei ihm auf die Spur kommt und eine gnadenlose Jagd beginnt ...
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Und das für mich zweitschönste Buch der Welt...

...oder zumindest des Saarlandes. Denn "Die Baker-Street Artefakte" haben nicht nur durch einige Autoren und den Ausstellungsraum saarländischen Bezug. Die Kurzgeschichtensammlung die dieses Kleinod enthält, beziehen sich auch auf die kuriosen Artefakte aus der Sammlung des Globetrotters und Wahlsaarländers Heinz-ROX-Schulz.

Das Saarland mauserte sich in den letzten Jahren zum wahren Schmelztiegel der Phantastik. Nicht nur bekannte Fantasy-Autoren wie Christoph Marzi oder Markus Heitz leben und arbeiten im kleinsten und schönsten Bundesland. Nein, wie das berühmte kleine gallische Dorf ist das Saarland mittlerweile zur Bastion im Kampf gegen literarischen und kulturellen Einheitsbrei geworden. Musste ich früher durch ganz Deutschland reisen um auf Gleichgesinnte zu treffen so habe ich heute zahlreiche Events direkt vor der Haustür: HomBuch Buchmesse, die Phantasie & Mittelaltertage im Deutsch-Französischen-Garten, die SherloCON für Anhänger des berühmten Detektivs oder die FARK, die sich nach nur drei Veranstaltungen zum mittlerweile größten europäischen Szene-Event gemausert hat. Und nicht zuletzt die Baker-Strett, die sich nicht in London sondern im Herzen Saarbrückens befindet. Es handelt sich um einen Criminal Tearoom und Pub im schönsten viktorianischen Stil. Hier werden Teile der Rox-Schulz-Sammlung seit einiger Zeit ausgestellt und haben Christian von Aster dazu veranlasst dieses wunderschön gestaltete Geschichtenbüchlein mit seinen Autorenkollegen zu verfassen. Ich habe mich sofort in die Idee und das Buch verliebt. Erst recht, da ich einen starken persönlichen Bezug zu dem ehemaligen Museum von Heinz-ROX-Schulz habe. Diese Sammlung befand sich zu meinen Teenagertagen noch im alten Rathaus am Saarbrücker Schloßplatz. Schon damals regten die kuriosen Sammlerstücke (besonders ein schauriger Schrumpfkopf) meine Fantasie an. Und den Autoren ging es scheinbar ähnlich. Entstanden ist eine stylishe Kurzgeschichtensammlung im Abenteurerlook. Aufwendig in Notizbuchoptik mit Gummibandverschluss und runden Ecken gefertigt und gefüllt mit Kurzgeschichten von Markus Heitz, Christoph Marzi, Christian von Aster uva.
Sehr empfehlenswert, auch für Nichtsaarländer...

Erschienen ist das Buch im Verlag Feder & Schwert.
Hier gibt es Informationen und Bestellmöglichkeit zum Buch,
hier zur Bakerstreet
und hier zu Heinz-ROX-Schulz

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